FAQ – Häufig gestellte Fragen

Stimmt es dass die Autos aus Japan immer Rostfrei sind?

Nein! Auch in Japan rosten die Autos wie überall auf der Welt. Es hängt stark damit zusammen ob das Auto auch im Winter bewegt worden ist. Ein Hinweis könnten ein 2. Radsatz oder gleich auf dem Auto montierte Winterreifen sein. Außerdem je nördlicher der Ursprung des Autos, desto mehr Schnee war dort.

Grundsätzlich sind vom Rost her die besten Autos aus dem Großraum Kobe. Technisch sind die Autos auch aus Tokyo meist sehr gut. Wichtig ist auch zu klären ob das Auto nicht Hinweise auf einen Wasserschaden haben der behoben wurde. Die ersten Hinweise auf Rost findet man unter der Reserveradmulde und im Kofferraum unter dem Ersatzrad. Außerdem unter der Abdeckung von den Radhäusern hinten schauen!

Woher weiss ich ob das Auto ein echter Japan Import ist oder ob es doch aus England ist?
Beim Verlassen des Landes bekommt jedes Auto in Japan ein „Export Certificate“. In diesem ist das Ausreisedatum vermerkt. Außerdem wird dort der KM Stand der letzten 4 Jahre eingetragen!!! Das kann eine wichtige Hilfe zur Kontrolle des KM Standes sein! Denn einen Evo Tacho zu drehen geht richtig easy und das scheuen manche Händler nicht, denn der KM Stand ist nur im Tacho hinterlegt (Wie es beim 10er ist weiss ich nicht).

Auf jeden Fall vom Händler dieses Zertifikat fordern. Und lasst euch nicht vertrösten mit „ich musste es beim Anmelden abgeben“ oder mit „ich habe es verloren“. Man muss es zwar bei der Anmeldung von EU Papieren abgeben, doch ein schlauer Händler (und das sind die meisten) machen sich eine Kopie davon. Auf jeden Fall dieses Ding fordern!

Dieses Zertifikat ist so was wie der Fahrzeugbrief bis man in Deutschland die Zulassungsbescheinigung/Fahrzeugbrief bekommt, somit wichtig.

Woher weiss ich ob für das importierte Auto Zoll bezahlt wurde?

Wenn der Zoll das Auto abfertigt, kriegt man eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“. Das ist der Beweis dass das Auto richtig verzollt wurde. Eine Rechnung wie viel das ganze gekostet hat, braucht man nicht unbedingt. Aber wenn man ein Auto mit japanischen Papieren kauft und man hat diese Bescheinigung nicht, dann kriegt man keine deutschen Papiere! Außerdem wenn kein Zoll gezahlt wurde, dann wird es richtig teuer! Denn man muss bei der Einfuhr 29% vom Fahrzeugwert zahlen. Und das kann schnell teuer werden.

Stimmt es dass die Autos in Japan kein Serviceheft haben / dass es in Japan nicht üblich ist eins zu führen?

Stimmt nicht! Die Japaner führen auch Servicehefte. Und meiner Meinung nach sollte man die Autos nicht nach KM Stand aussuchen sondern nach dem ob ein vollständiges Serviceheft geführt worden ist. Ich hatte Evos die hatten 150tkm runter (die meisten denken gleich dass so was schon Schrott ist) die waren vom Zustand wie 50tkm weil das sehr gepflegte Alltagsautos waren und nur zur Arbeit und zurück gefahren worden sind. Sowas trifft man oft in Tokyo. Und ich hatte Autos die hatten 85tkm runter und da war alles für den A….

Darf man einen Evo in Japan kaufen der mehr als 100tkm hat? Oder sogar mehr als 150tkm hat?

Man sollte auf keinen Fall abgeneigt dagegen sein! Denn wie schon gesagt, ca 80% der Evos werden dort nur (ausschließlich nur) als Alltagsauto benutzt. Man fährt damit jeden Tag ins Geschäft oder einkaufen, Brötchen holen, zu den Schwiegereltern usw. Solche Autos sind meistens noch sehr gut erhalten, sowohl vom Rost als auch technisch.

Wie erkenne ich solche Alltagsautos/ Alltags Evos?

Sie haben meistens keinerlei Tuning, haben immer ein Serviceheft und fahren auch auf Serienfelgen. Allgemein würde ich Autos nach dem Kriterium möglichst wenig Tuning suchen. Weil diese Autos sind dann auch vorsichtig bewegt worden. Händeweg von verbastelten Kisten, egal ob jetzt teure Tuning Sachen oder nicht. Und egal ob ihr diese Teile eh kaufen wolltet und somit Geld spart.

Ganz wichtig ist auch dass das Auto noch die vom Werk aus eingestellte Sperre bei 180kmh drin hat. Das ist ein Zeichen dass es kein Heizer Auto war und auch noch nie ein Mapping hatte. Wichtig ist auch das dass OEM Steuergerät drin ist. JEDER Evo den ich bis jetzt gesehen habe, der nicht das OEM Steuergerät hatte war verheizt, und das obwohl er am sonsten Serie war. Diese Autos werden vor dem verkauf zurück gerüstet. Ich hatte mal einen Evo 7 der fuhr nicht mal richtig, weil er unglücklich zurück gerüstet worden ist. Steffen hat mir dann erzählt was vermutlich alles umgebaut
war. Ein Laie würde es nicht merken, weil das Auto war technisch und optisch Serie.

Wie erkenne ich ob die KM stimmen?

Man kann es nicht 100%ig sagen, aber es gibt einige Dinge die man beachten kann. Zum Beispiel kann man schauen ob die 4 Schrauben die den Tacho öffnen schon mal gelöst wurden sind. Außerdem nach Aufklebern im ganzen Auto schauen. Serviceheft anfragen, da stehen die KM Stände mit Datum drin. Das Datum ist zwar japanisch nach der jeweiligen Ära gerechnet, man kann es aber googlen und selber nachrechnen. Dann sollte man dieses Export Zertifikat schauen. Da steht das Datum (2005/2007 usw in verständlichen Zahlen) und der KM Stand.

Stimmt es dass die meisten Evos aus Japan unfallfrei sind?

Die traurige Wahrheit: Mehr als die hälfte der Evos aus Japan hatten einen Vorschaden! Auch wenn man es kaum glauben kann aber es ist so. Viele Schäden sieht man nur wenn man die Autos auseinander baut. Die Leute die das ganze richten drüben verstehen ihre Sache manchmal schon erstaunlich gut. Hinweise könnten auch erneuerte Teile wie neue Stoßstange (Farbe neu und Rest des Autos ausgebleicht), neuer LLK oder Wasserkühler oder beides. Oder neue Rückleuchten. Wichtig auch im Motorraum schauen ob die Schrauben von den Kotflügeln und der Motorhaubenhalterung gelöst wurden. Hinten sollte man unter das Auto schauen ob die Reserveradmulde die schöne Werksform hat oder ob sie leicht „Ovale Formen“ hat.
Außerdem gibt es noch ein wichtiges Dokument das es in Japan bei den Auktionen gibt: Das japanische Gutachten! Nach diesem Gutachten Kaufen die Händler weltweit die Autos. Eine ausführliche Erklärung kriegt man im Internet, einfach googlen. Ein solches Gutachten ist nach kurzem studieren obwohl es auf japanisch ist, gut zu verstehen. Dort steht die Erstzulassung des Autos, ob es ein Serviceheft hat, der aktuelle KM Stand und ob der Gutachter glaubt, dass sie KM gedreht sind oder nicht. Wobei wenn er es nicht glaubt, heisst es nicht dass sie automatisch stimmen. Sie geben sich wenig mühe das zu Prüfen. Dort steht auch die Note des Autos und welche Schäden das Auto aktuell hat. Außerdem welche Schäden es hatte. Wie man sieht, ist es sehr wichtig und jeder Händler hat dieses Dokument.

Die Benotung der Gutachten, Grade 4 Autos und wie die Wahrheit aussieht

Autos die Grade „R“ haben, sind IMMER Ex Unfall Autos. Es gibt zwar die
Klausel dass es sich um ein extrem Umgebautes Auto handelt, aber das betrifft
die Evos nicht, das betrifft eher Oldtimer die aufwendig restauriert worden sind. Ein
Auto mit Grade R kann jeden Zustand aufweisen, sowohl sehr gut als auch sehr schlecht. Einen Unfall hat es so oder so.

Von Grade „RA“ immer die Finger lassen. Das sind Ex Rahmenschaden Autos die nicht ganz repariert oder die man nicht wieder gerade bekommen kann.

Grade 4 Autos: Die so toll gepriesenen Grade 4 Autos mit denen überall geworben wird, sind eigentlich nichts wirklich besonderes! Denn sogar in der offiziellen Erklärung heisst es, dass Grade 4 „Ein Auto mit bestehenden Mängeln, mittlerer Stärke“ heisst. Also in keinem Fall ein Auto das wie neu oder super gepflegt ist. Außerdem sollte man sich nie blind auf diese Note verlassen, denn jeder
Gutachter sieht es anders. Ich hatte schon Autos die waren zwar G4, vom Zustand aber wie 4,5 oder 3,5.

Grade 4,5: Selten bekommt ein gebrauchtes Auto diese Note, aber bis jetzt waren diese Autos technisch 1A. Sie hatten zwar hier und dort ein Paar kleinere Mängel aber am sonsten Top. Nur, solche Autos bekommen auf Auktionen immer sehr hohe Erlöse erzielt. Deswegen glaube ich nicht dass es sich für einen Händler lohnt ein solches Autos zu importieren, denn hier zahlt einem keiner das Geld.

Grade 3,5: Von solchen Autos Rate ich als nicht Mechaniker grundsätzlich ab. Das sind meistens richtige Baustellen auf 4 Rädern. Klar gibt es auch Ausnahmen aber auf diesen Zufall sollte man sich nicht verlassen. Mein jetziger Evo 7 RS ist ein Grade 3,5, aber das er noch so gut ist, ist wie gesagt Zufall. Ich hatte einen Maserati mit der gleichen Note, das Auto konnte ich nicht mal für 6000€
verkaufen, obwohl ich tausende Euro in die Reparatur gesteckt habe.

Es gibt auch gute und schlechte Einkäufe was Grade 4 betrifft. Beispiel negativ war eine S-Klasse W140, eigentlich extrem stabile Autos. Doch das Auto kam mit klappernden Hydros (alle 8 Zylinder Schrott), ZV hat nicht getan, Servo ÖL ist gelaufen wie ein Bach, Wandler hat gesummt, Querlenker vorne waren Schrott. Ja, auch das war ein Grade 4 Auto.

Positiv Beispiel: BMW 530 E60. Grade 4. Das Auto fährt heute noch ohne große Reparaturen. Hat schon 60tkm in Deutschland in 2 Jahren abgespult. Auch so was gibt es.

Außerdem werden einige Autos auch gerne mal umlackiert, denn weit nicht alle weißen Autos in Japan waren es vom Werk aus, da wird gerne nachgeholfen. Das steht dann auch in diesen Gutachten.

Es gibt noch Grade 3 und schlechter. Aber das ist dann rostiger/technischer Schrott. Gar nicht erst anschauen!

Die japanische Sonne und ihre Folgen

Viele Autos stehen nicht in der Garage, und auch wenn ich gehört habe dass man in Tokyo nur ein Auto kaufen darf wenn man eine Garage hat (oder wars ein Stellplatz?), so sind Autos aus Tokyo nicht ausgeschlossen. Konkret heisst das dass die Chromleisten an den Autos milchig werden. Größte Problem sind die Autos deren Scheinwerfer aus Plastik sind, die werden wie bei meinem Evo matt.
Kann aber auch positiv gesehen werden, sie wurden immerhin nicht getauscht (somit kein starker Frontschaden). Manche tauschen bei einem Unfall nur einen Scheinwerfer, das fällt dann sofort ins Auge.
Problem sind auch die Uni Lacke von den Evos wie Gelb/rot/blau oder auch schwarz.

Die Baujahre der Evos in Japan

Da ich schon bestimmt tausend Evos in Japan gesehen habe, kann ich sicher sagen was es gibt und was nicht. Somit wurden die Evos meistens in Japan (ich rede von RHD Autos) nur ein bis max. 2 Jahre gebaut:

Evo 4: 1996 + selten 1997

Evo 5: Nur 1998!

Evo 6: 1999 und selten Anfang 2000. Die TMEs sind nur 2000

Evo 7: Nur 2001

Evo 7 GTA: Nur 2002

Evo 8: 2003 + 2004 besonders als MR

Evo 9: 2005 und 2006

Evo Wagon: 2005 und 2006.

Alles andere sind dann EZ und nicht BJ. Es gibt eine Website da kann man das Prod. Datum seines Evos nachschauen. Die Russen haben das online gestellt. Ist zwar sicher nicht legal aber soll jeder selber wissen ob er es benutzt.

Wie kann es sein dass die Autos in Japan so niedrige KM Stände haben? Ist doch sicher alles gedreht!

Stimmt nicht immer. Es gibt genug Autos in Japan und vor allem Großraum Tokyo die haben eine Jahresleistung von 30tkm und mehr! Aber es gibt tatsächlich viele die fahren 5tkm pro Jahr. Während das bei uns ein Einzelfall ist, ist es in Japan die Regel.

Wie viele Evos werden in Japan verkauft?

Insgesamt Evo 4-6 werden pro Woche ca. 25 Autos, Evo 7-9 und Wagon zusammen ca. 50 Autos. Zumindest in den Auktionshäuser in ganz Japan. Auch wenn sich das nach viel anhört aber man darf nicht vergessen, die Autos werden weltweit gekauft!

Wie legal ist der TÜV den die Händler hier anbieten?

Eine ganz heikle Sache ist der TÜV. Ich will keinem TÜV Prüfer unterstellen dass er seine arbeit nicht richtig macht, deswegen formuliere ich es so: Die meisten Händler (wenn nicht alle) bringen die Autos umgebaut auf deutsche Norm zum TÜV (sie heben sich für den TÜV extra Scheinwerfer, Rückleuchten und diverse OEM Teile auf) und rüsten danach zurück. Weil es jeder weiss wie viel neue
Mitsubishi Scheinwerfer und Rückleuchten mit Nebelscheinwerfer kosten. Und das ist manchmal nicht mal alles was neu gekauft werden muss. Denn gebraucht kriegt man die Teile wie Scheinwerfer nie und nimmer.